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Richtig chrooten unter Linux zur Reparatur

Problem:
Kurze Nachlässigkeit beim Updatevorgang und schon bootet der Rechner nach dem nächsten Neustart nicht mehr.

Lösung:
Es sollte ein Bootmedium zur Hand sein! Schön ist es, wenn man zB die GRML Bootdisk in GRUB eingebunden hat. Das vereinfacht die Prozedur natürlich ein wenig.

Wichtig: für eine 32bit Installation benötigt man auch ein 32bit Medium um die nachfolgenden Aktionen auszuführen. Kurzum: Die Architecture des Bootmediums muss stimmen!

Ich boote also das Rettungssystem ganz normal. Ich melde mich am System an, werde root und prüfe, wie die Partitionen des kaputten Systems lauten.
su root -
fdisk -l

Wenn die benötigten Partitionen bekannt sind, dann mountet man die Dateisysteme nach und nach an einen beliebigen Punkt. Ich finde /mnt passend. =)
# erstelle meinen Zielordner
mkdir -p /mnt/rescue
# auf /dev/sda2 befindet sich /
mount /dev/sda2 /mnt/rescue
# auf /dev/sda4 befindet sich /home
mount /dev/sda4 /mnt/rescue/home
# /dev wird für die Geräte benötigt
mount -o bind /dev /mnt/rescue/dev
# /proc wird auch benötigt
mount -t proc /proc /mnt/rescue/proc

Unterhalb von /mnt/rescue sind nun alle wichtigen Dinge gemountet und nun kann die Reparatur via chroot beginnen.
chroot /mnt/rescue /bin/bash
Ab hier sollten alle Systembefehle wie gewohnt verfügbar sein. Grub kann so zB neu geschrieben werden.
Nach der Reparatur einfach rebooten, sonst muss nichts beachtet werden.

Optische Datenrettung unter Windows

Bezugnehmend auf Optische Datenrettung unter Linux hier das Äquivalent aus der Windows-Welt.

Problem:

Ich habe mehrere CDs mit Daten. Leider sind die Datenträger in die Jahre gekommen und lassen sich nicht mehr fehlerfrei auslesen.

Lösung:

  • CLI-basiert

Hier hat sich das c’t-Tool h2cdimage bewährt. Das Tool liest optische Medien sektorweise aus und erstellt daraus ein ISO. Die Bedienung ist etwas knifflig, weil die passenden Parameter „erraten“ werden müssen, um auch das richtige Laufwerk zu treffen. Das Ganze ist aber im entsprechenden Readme.txt so gut erklärt, dass es hier nicht im Detail erläutert werden muss.

  • GUI-basiert

Wer lieber ein GUI-basiertes Tool einsetzt, dem sei Roadkil’s Unstoppable Copier empfohlen. Das Tool kopiert auf Dateisystem-Ebene, lässt sich dabei aber nicht durch Lesefehler beirren wie die Windows-Bordmittel. Bedienung selbsterklärend. Die Standard-Settings können beibehalten werden, zusätzlich empfehlen sich die Optionen „Unbeschädigte Dateien zuerst“ und „Logdatei aktivieren“, so lässt sich später nachvollziehen welche Dateien evtl. ausgelassen wurden. Desweiteren sollten die „Maximalen Wiederholungen“ auf einen sinnvollen Wert (z.B. 10) begrenzt werden. Mittels „Überspringen“-Button kann man zur Laufzeit problematische Dateien überspringen, falls sich der Auslesevorgang zu sehr in die Länge zieht.

Viel Erfolg!

Optische Datenrettung unter Linux

Problem:
Ich habe mehrere CDs mit Daten. Leider sind die Datenträger in die Jahre gekommen und lassen sich nicht mehr fehlerfrei auslesen.

Lösung:
Es kommt ddrescue zum Einsatz

apt-get install gddrescue

Zuerst mache ich ein Abbild von der CD mit ddrescue nach /tmp/sr0.iso. Die Erstellung kann je nach Schaden eine Weile dauern. Im schlechtesten Fall kann auch ddrescue nichts mehr ausrichten, dann sollte man sich von den Daten verabschieden.

cd /tmp
time ddrescue /dev/sr0 sr0.iso

Das Ergebnis schaute in meinem Fall dann „irgendwann“ so aus:

GNU ddrescue 1.16
Press Ctrl-C to interrupt
rescued: 701469 kB, errsize: 5453 kB, current rate: 7680 B/s
ipos: 692124 kB, errors: 1070, average rate: 40049 B/s
opos: 692124 kB, time since last successful read: 0 s
Finished

Nun kann man das ISO File mounten um die Daten runter zu kopieren

mount -t iso9660 -o loop /tmp/sr0.iso /mnt

Viel Erfolg beim CDs sichern!

Das sollte im besten Fall mit jedem Datenträger (DVD, Diskette, CD, HDD) so funktionieren falls unerwartet Probleme auftauchen.

grml-Livedisc in Debian als Bootoption

Problem:
Falls am Betriebssystem mal was gravierendes sein sollte, ist es gut wenn man direkt auf eine LiveCD zurückgreifen kann, unabhängig davon, wo man sich gerade befindet. Spitze, oder?

Lösung:
GRML ist längst n Allrounder und daher ne gute Wahl. http://grml.org/
Ich installiere daher das verfügbare Paket „grml-rescueboot“

apt-get install grml-rescueboot

Die Installation zeigt am Ende folgenden Hinweis

INFO: No *.iso files found inside /boot/grml.
INFO: Please create /boot/grml and place rescue ISO(s) there.
INFO: Finally invoke update-grub and enjoy your rescue system.

Dann wollen wir (root) mal… ich nehm die MultiArch Disc mit 700MBs, dann kann man notfalls auch mal in ein anderes System reinfahren! Leider wichtig bei chroot Aktionen.. 😉

cd /boot/grml
wget http://download.grml.org/grml96-full_2012.05.iso
update-grub

Quittiert und aktiv

..
Found Grml ISO image: /boot/grml/grml96-full_2012.05.iso
..