Epson-5700l und Cups

Schon längst habe ich einen Laserdrucker der Marke Epson, Modell 5700L welchen ich bisher nur unter Windows anständig zum Laufen bringen konnte.

Ich habe es an meinem Laptop ausprobiert, aber hier wird schlichtweg die USB Unterstützung des Druckers ignoriert, einen Parallelanschluss besitzt dieser Laptop nicht. Jedenfalls habe ich bisher über Umwege meine Dokumente gedruckt, ist zwar etwas schäbig – hat aber funktioniert.

Nun gut, seit kurzem habe ich mir einen kleinen Router geschneidert, denn ich möchte im Wohnheim nicht den möglichen und potentiellen Scriptkiddies im WLAN zum Opfer fallen. Ich benutze produktiv zwar kein Windows was mich ja generell bei der geringen Anzahl von Studenten in meinem Netz bzgl. Attacken auch weniger stört, denoch habe ich den Anspruch hier meine eigene, kabelgebundene Hoheit mittels eines Routers zu delegieren. Dieser sitzt also in der DMZ des Routers und somit habe ich alle Möglichkeiten offen die mir das WWW so bietet – soviel mal am Rande.

Da diese Kiste ja sogut wie immer läuft, bietet es sich an dort auch den Drucker einzurichten, bzw. den Versuch erneut zu starten da der „Kleine“ auch noch einen Parallelport besitzt.

Also auf ein Neues!

Via Aptitude gleich cups und cups-pdf installiert und schon muss die erste Hürde genommen werden – denn die CUPS Adminoberfläche kann nur via Localhost erreicht werden, ich habe jedoch gar kein X-Server auf der Kiste. Die Foomatic Druckerdatenbank mit Treibern wird auch gleich installiert, dies ist nötig um die Abhängigkeiten zu erfüllen.

Folglich müssen erste Anpassungen in der /etc/cups/cupsd.conf gemacht werden:

Hier muss also der

Listen 127.0.0.1

auskommentiert oder ersetzt werden durch

Port 631

um auf allen lokalen Interfaces zu lauschen.

Ein flotter Serverrestart und schon hat man Zugriff auf die Oberfläche mittels https://ipadresse:631/admin

Am besten gleich per https verbinden, den Druckereinstellungen dürfen nur über https vorgenommen werden. Meinen Benutzer habe ich in die lpadmin Gruppe eingebunden damit auch hier der Zugriff stimmt. adduser benutzer lpadmin – und ich bin drin!

Auf zu den Druckern, Drucker suchen – und schon sehe ich den Cups-PDF und meinen geliebten Epson zur Wahl stehen. Erstmal den PDF Drucker hinzugefügt, Hersteller Generic und dann Cups-PDF – fertig!

Noch ein Testdruck – hat funktioniert – ich bin mal wieder begeistert 😉

Nun zu meinem Laserdrucker – ist ja nicht das erste Mal… also gleiches Spiel – Drucker suchen, Drucker auswählen und schon bekomme ich eine Liste angezeigt – jedoch taucht mein Drucker dort nicht auf – wie erwartet. Nun gut, Debian hat ja noch andere Druckerdatenbanken zur Installation freigegeben. Kurzer Research und mittels aptitude das Paket cups-driver-gutenprint installiert. cups neugestartet und die Prozedur auf ein Neues durchgezogen.

Drucker suchen, fortfahren, Hersteller wählen und da hab ich auch schon meinen Drucker in der Liste. Irgendwie lässt sich das Ding aber nicht installieren und mein Drucker quittiert den folgenden Testdruck mit der roten Fehler LED – Drucker aus – an – try again. Naja, das macht man dann 5 mal, und googlet während dessen mal wild drauf los – vllt. finde ich ja diesmal DIE Lösung.

Wie immer jedoch, ich finde alles, nur keine richtige Hilfe zu dem Problem. Ich stolpere über irgendwelche Workarounds um das USB Device gangbar zu machen, jedoch hab ich da keine Lust drauf.

Eine weitere Stunde später dann – werde ich fündig!!

Es gibt tatsächlich ein Projekt bei Sourceforge namens epsonepl das sich dem Problem angenommen hat. *juhu*

Hoffen wir dass es funktioniert… 😉 Also erstmal den cups-driver-gutenprint wieder gepurged, eine wirkliche Hilfe und Notwendigkeit scheint das ja nicht zu sein. Schliesslich hole ich mir die epsoneplijs-0.4.1.tgz auf den Druckserver, entpacke eilig und führe das gewohnte Prozedere durch. ./configure; make; make install und die nötigsten Dinge sind erledigt. Wie gewohnt eifrig widme ich mich nach einem cups restart wieder dem Webinterface – aber hier ist wohl nichts passiert. *grübel*

Nun, um die Sache auf den Punkt zu bringen und nicht all meine hilflosen Versuche zu dokumentieren – hier *the way to do*

Nach einem durchgeführten make install muss noch eine Kleinigkeit beachtet werden. Man muss zuerst mittels

mkdir -p /usr/share/cups/model/foomatic-ppds/Epson/

den Zielordner erstellen und sich dann des BEILIEGENDEN Scripts im epsoneplijs-0.4.1/foomatic_scripts/ bedienen. Ein ./install_debian füttert die locale Foomatic-DB mit den neuen Daten und kopiert die notwendigen Dateien in den eben erstellten Ordner. Auf meinem Rechner war dieser Ordner nicht vorhanden, daher erstellt ihn lieber gleich händisch! 😉

Nun konnte ich nach einem weiteren cups restart verwundert die neuen Einträge in der Weboberfläche bewundern. Drucker hinzufügen – auswählen – fertig. Nun war auch ein erster Testseitenausdruck möglich – das erste Mal via Cups!! Wenn ich mal Laune habe, werd ich es vllt nochmal mit der USB Variante versuchen – vorerst genügt mir das so aber voll und ganz! *Happy!!*

Ich lege hier noch den Sourcecode von der genannten Seite ab, dann finde ich ihn auch immer wieder.

Viel Erfolg!

Videos im Framebuffer anschauen

Es kommt zwar selten vor, aber gelegentlich darf es doch mal sein – wir schauen eine Videodatei (mpg, avi,usw.) auf der Konsole an. Genauer: in KEINEM Fenster eines X-Servers sondern richtig RAW auf der Konsole – /dev/tty1 eben.

Dazu benötigt man ein aktives Framebuffermodul passend zur Grafikkarte, ein konfiguriertes Sounddevice (ALSA) und den mplayer, welcher sich als vorzüglich für den Einsatz in der Konsole zeigt.

Wenn diese Anforderungen erfüllt sind, kann man mittels

mplayer -vo fbdev2 -vf scale=1280:1024 /pfad/zur/datei.avi

die Datei auf der Konsole ansehen.

Viel Spass dabei 😀

Missing Alsa Firmware

Ich habe eben einen alten 500Mhz MaxData Laptop mit Debian Lenny bestückt. Man sollte davon ausgehen, dass alle Hardwarekomponenten vom mitgelieferten 2.6.26 Kernel unterstützt werden.

Da habe ich die Rechnung wohl ohne die Soundkarte gemacht.

lspci nennt mir das gute Stück:

Yamaha Corporation YMF-744B [DS-1S Audio Controller] (rev 02)

Mittels alsaconf wird die Hardware erkannt und die Kernelmodule sind auch anständig geladen, im speziellen snd_ymfpci.

All das scheint der Soundkarte nicht auf die Sprünge zu helfen, im syslog finden sich folgende Meldungen

firmware: requesting yamaha/ds1_dsp.fw

firmware: request failed: -2

Ok, dann erstellen wir mal als root das geliebte Firmwareverzeichnis, nämlich /lib/firmware/yamaha

Nur woher nehme ich jetzt die Firmwaredatei? Mit Vorliebe ds1_dsp.fw…?!

Unter der Projektseite von Alsa findet man das gesuchte Sourcepaket namens alsa-firmware-1.0.17.

Schnell heruntergeladen, entpackt und ./configure ausgeführt, was bei mir ohne zusätzliche Paketinstallationen durchgelaufen ist. make, gcc und die Spässe zum Kernelbauen habe ich schon vorab installiert.

Tatsächlich spuckt die Konsole am Ende der make Prozedur den vielversprechenden Text aus…

writing ds1_dsp.fw

writing ds1_ctrl.fw

writing ds1e_ctrl.fw

Diese Dateien sind natürlich im Ordner ymfpci zu finden und werden nun als root in das oben erstellte yamaha Verzeichnis überführt.

Ich konnte noch das Paket alsa-firmware-loaders ausfindig machen welches sich für den folgenden Zweck sicher gut eignet. 😉

Nochmals alsaconf ausgeführt – und schon ertönen die ersten Geräusche mittels audacious durch meine Lautsprecher – der selbst erstellten Firmware sei Dank!

Den entsprechenden Hinweis fand ich im Debian Bugreport 466570